Tapezierte Wände aufarbeiten


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Alte verputzte und tapezierte Wände

Bei der Instandsetzung alter verputzter Wände ist der Verarbeiter zumeist mit mehreren Problemen konfrontiert:

  • Kleisterreste nach Entfernen der Tapeten: von diesen platzen nachfolgende Anstriche gern ab, bzw. es schlagen gelbe Farbstoffe in nachfolgende Anstriche und Putze/Spachtelmassen durch.
  • farbliche Durchschlagungen: um diese zu vermeiden müssen Kleisterreste gründlich abgewaschen werden, ein erheblicher Arbeits- und Zeitaufwand. Bis auf wenige Ausnahmefälle raten wir hiervon ab.
  • Bohrlöcher, Kabelschlitze, Beschädigungen: die wenigsten Wände befinden sich nach Abziehen der Tapete in struktureinheitlichem
    Zustand, sondern zeigen eine Vielzahl an Ausbesserungen. Dies ist kein guter Anstrichuntergrund, die Strukturunterschiede lassen sich mit Farbanstrichen, auch Streichputzen, zumeist nicht zufriedenstellend beseitigen. Solche Flächen werden handwerklich fachgerecht vollflächig strukturausgleichend verspachtelt und optional dann noch gestrichen.

Nachfolgend 3 sinnvolle Wege, einen solchen Untergrund aufzubereiten:

Kleisterreste abwaschen

Ist nach der Tapetenentfernung ein struktureinheitlicher Putz ohne Ausbesserungen gegeben, kann das
Abwaschen des Untergrundes lohnen.

  1. Kleisterreste abwaschen. Eine Anleitung dazu gibt es hier: Entfernen von Tapetenleimresten.
  2. Vor dem Streichen die Flächen gründlich trocknen lassen.
  3. Abschließend den gereinigten Putz mit Kaseingrundierung oder Vega Grundierung  grundieren und mit
    einer unserer Wandfarben oder Streichputze streichen.

Verspachteln und optional streichen

Der Königsweg auf strukturunterschiedlichen Putzen mit Ausbesserungen. So wird das Maximum an möglicher
Dampfaufnahme* erzielt.

  1. Kleisterreste nicht abwaschen.
  2. verbliebene Papierfetzen der Tapete restlos entfernen.
  3. offensichtliche Anreicherungen von Kleister (schimmern meist gelblich) mit Schleifpapier P40 oder P60 reduzieren und entstauben.
  4. Oberfläche mit Kaseingrundierung oder Vega Grundierung grundieren.
  5. vollflächig weiß und ca. 1,5-2 mm dick mit Wandspachtel, Kalkglätte oder Kalkhaftputz -fein- überspachteln und ganz trocknen lassen.
  6. wenn gleichmäßig fleckfrei getrocknet: FERTIG! Entweder so lassen oder noch mit einer unserer Wandfarben im
    Wunschfarbton streichen (s. Punkt 7). Oder, wenn gelbe Flecken/Wolken auftreten, satt mit Alaun Grundiersalz behandeln und vollständig trocknen lassen. Alaun bindet die Farbstoffe ein und bleibt dampfoffen.
  7. Abschließend farbig oder weiß mit einer unserer Wandfarben oder Streichputze streichen oder mit einem
    unserer Edelputze verspachteln.

* Im Malerhandwerk würde eine Oberfläche mit zuerst mit einer speziellen Grundierung behandelt, die jedoch die
Oberfläche dampfdicht abschließt. Normaler lösemittelfreier (Acryl-)Tiefgrund hilft hier nicht. Die o.a. Methode
unter Verwendung von Alaun zur Fleckenbindung bleibt dampfoffen. Die Methode funktioniert nur in angegebener
Reihenfolge und nur mit kalkbasierten Spachtelmassen, nicht mit Gips.

Wieder tapezieren

Der ökonomische Kompromiss auf strukturunterschiedlichen Putzen mit Ausbesserungen. Zeit-, nerven-
und kostensparende Verarbeitung bei guter Diffusionsfähigkeit*.

  1. Alte Tapete entfernen.
  2. Unebenheiten mit Wandspachtel ausgleichen.
  3. Grundieren mit verdünntem PUFAS Sicherheitskleister SK .
  4. Tapezieren mit Kobau Papiervlies .
  5. nicht grundieren.
  6. mit einer unserer Wandfarben oder Streichputze streichen.

* Gemäß eines Labortests von Fermacell wurde die Dampfaufnahme von Fermacellplatten nicht eingeschränkt, wenn die Platten zuerst mit verdünntem Pufas Sicherheitskleister SK grundiert und anschließend Kobau Papiervlies RS 130 mit Pufas Sicherheitskleister SK darauf befestigt wurde. Bei Verwendung einer handelsüblichen Acrylgrundierung anstatt des verdünnten Kleisters wurde ein Halbierung der Dampfaufnahme festgestellt.

Alte tapezierte Gipskarton-/Gipsfaserplatten

Bei Instandsetzung alter tapezierter Wände aus Gipskarton oder Gipsfaserplatten ist der Verarbeiter zumeist mit mehreren Problemen konfrontiert:

  • Kleisterreste nach Entfernen der Tapeten: von diesen platzen nachfolgende Anstriche gern ab, bzw. es schlagen gelbe Farbstoffe in nachfolgende Anstriche und Putze/Spachtelmassen durch.
  • Haarrisse: oftmals sind die Plattenverbindungen unter der Tapete haarfein gerissen. Diese Risse können sich in nachfolgende Beschichtungen fortsetzen.
  • farbliche Durchschlagungen: diese können nicht nur aus Kleisterresten sondern auch aus dem gealterten Kartonpapier bzw. den Zellulosefasern der Platten stammen.
  • Bohrlöcher, Kabelschlitze, Beschädigungen, Fugenverspachtelung: die wenigsten dieser Wände befinden sich nach Abziehen der Tapete in struktureinheitlichem Zustand, sondern zeigen eine Vielzahl an Ausbesserungen und auch die Fugenverspachtelungen sind oft minderer Güte. Dies ist kein guter Anstrichuntergrund, die Strukturunterschiede lassen sich mit Farbanstrichen, auch Streichputzen, zumeist nicht zufriedenstellend beseitigen. Solche Flächen werden handwerklich fachgerecht vollflächig strukturausgleichend verspachtelt und optional dann noch gestrichen.

Nachfolgend 2 sinnvolle Wege, einen solchen Untergrund aufzubereiten:

Kleisterreste abwaschen

Nicht empfohlen, da die große Wassermenge die Platten beschädigen kann. Und auch nicht ausreichend, da nur der Kleister entfernt würde, nicht aber die Farbstoffe aus dem gealterten Kartonpapier.

Verspachteln und optional streichen

Der Königsweg auf strukturunterschiedlichen Oberflächen mit Ausbesserungen. So wird das Maximum an möglicher
Dampfaufnahme* des Untergrundes erzielt.

  1. Kleisterreste nicht abwaschen.
  2. verbliebene Papierfetzen der Tapete restlos entfernen.
  3. offensichtliche Anreicherungen von Kleister (schimmern meist gelblich) mit Schleifpapier P40 oder P60 reduzieren und entstauben.
  4. Fugenverspachtelungen mit Wasser und etwas Spülmittel bestreichen und schauen ob Haarrisse (dunkel) sichtbar werden. Diese zunächst mit Armierungsstreifen und Gipsspachtel sanieren.
  5. Oberfläche mit Kaseingrundierung oder Vega Grundierung grundieren.
  6. vollflächig weiß und ca. 1,5-2 mm dick mit Wandspachtel, Kalkglätte oder Kalkhaftputz -fein- überspachteln und ganz trocknen lassen.
  7. wenn gleichmäßig fleckfrei getrocknet: FERTIG! Entweder so lassen oder noch mit einer unserer Wandfarben im
    Wunschfarbton streichen (s. Punkt 8). Oder, wenn gelbe Flecken/Wolken auftreten, satt mit Alaun Grundiersalz behandeln und vollständig trocknen lassen. Alaun bindet die Farbstoffe ein und bleibt dampfoffen.
  8. Abschließend farbig oder weiß mit einer unserer Wandfarben oder Streichputze streichen oder mit einem
    unserer Edelputze verspachteln.

* Im Malerhandwerk würde eine Oberfläche mit zuerst mit einer speziellen Grundierung behandelt, die jedoch die Oberfläche dampfdicht abschließt. Normaler lösemittelfreier (Acryl-)Tiefgrund hilft hier nicht. Die o.a. Methode unter Verwendung von Alaun zur Fleckenbindung bleibt dampfoffen. Die Methode funktioniert nur in angegebener Reihenfolge und nur mit kalkbasierten Spachtelmassen, nicht mit Gips.

Wieder tapezieren

Der ökonomische Kompromiss auf strukturunterschiedlichen Putzen mit Ausbesserungen. Zeit-, nerven-
und kostensparende Verarbeitung bei guter Diffusionsfähigkeit*.

  1. Alte Tapete entfernen.
  2. Unebenheiten mit Wandspachtel ausgleichen.
  3. Grundieren mit verdünntem PUFAS Sicherheitskleister SK .
  4. Tapezieren mit Kobau Papiervlies .
  5. nicht grundieren.
  6. mit einer unserer Wandfarben oder Streichputze streichen.

* Gemäß eines Labortests von Fermacell wurde die Dampfaufnahme von Fermacellplatten nicht eingeschränkt, wenn die Platten zuerst mit verdünntem Pufas Sicherheitskleister SK grundiert und anschließend Kobau Papiervlies RS 130 mit Pufas Sicherheitskleister SK darauf befestigt wurde. Bei Verwendung einer handelsüblichen Acrylgrundierung anstatt des verdünnten Kleisters wurde ein Halbierung der Dampfaufnahme festgestellt.

Lassen Sie sich im Zweifelsgern gern von uns beraten.